Ein gutes Wochenende für den Nao-Prozeß

Am Samstag,12.Januar kamen in Berlin 33 VertreterInnnen und BeobachterInnen aus 9 Organisationen und Gruppen zusammen,um über den Stand der Initiative für eine neue antikapitalistische Organisation (NaO) zu diskutieren.Neben der bedauerlichen Tatsache, dass die SoKo (sozialistische Kooperation) sich auf den Beobachterstatus zurückstufen ließ, wurden 3 neue Organisationen als Beobachter in den Prozeß aufgenommen.Die Gruppen Paeris,IbT (internationale bolschewistische Tendenz) und die Revolutionäre Initiative Duisburg werden ab sofort den bundesweiten Prozeß aktiv mitgestalten. Die Debatten waren angenehm solidarisch und sehr konstruktiv. Selbstkritisch mussten wir feststellen, dass die Präsens des NaO Prozesses vor Ort noch ungenügend ist. In Berlin ist der Vereinheitlichungsprozeß und der Aktivitätsgrad deutlich entwickelter als im bundesweiten Maßstab. Alle Beteiligten waren erfreut,das erste Papiere zum Selbstverständnis (Essentials) und zum Programm
(Manifest) vorlagen,die von bundesweiten Kommissionen erarbeitet wurden.

Folgende Beschlüsse wurden mit deutlicher Mehrheit gefasst:

1.Bis April 2013 werden die vorgelegten Papiere überarbeitet und in den beteiligten Gruppen  diskutiert

2.Nach dem nächsten bundesweiten Treffen im April werden die überarbeiteten Papiere dann  einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.

3.Im Juni organisieren wir ein Treffen zur feministischen Positionierung. Zu diesem Treffen laden  wir öffentlich ein.

4.Ende August/Sept. organisieren wir eine zweite Sommerdebatte (Die Erste fand 2012 statt).  An einem Wochenende werden wir theoretische und strategische Fragen des NaO Prozesses  diskutieren.

5. Ende Nov. laden wir zu einer bundesweiten Konferenz ein.Dort sollen die Grundsatzdokumente  diskutiert und verabschiedet werden.Diese Konferenz soll öffentlich sein und allen Interessierten offen stehen.

6.Die Webpräsens wird überarbeitet und deutlicher das Profil der NaO spiegeln.

7.Wir beteiligen uns mit eigenem Profil an den Blockupy Protesten und den Mobilisierungen rund um die Antikrisenproteste in Brüssel.

Alles in Allem ein erfolgreiches und konstrutives Wochenende, das mit einem gemeinsamen  Auftritt auf der LL Demonstration einen guten Abschluß fand. Flugblätter zum NaO Prozeß wurden ebenso auf der Rosa & Karl demonstration verteilt.

Quelle:
Eine am 04.08.2013 mit dem Programm WebHTTrack Wibsite Copier erstellte – leider unvollständigen – Kopie der Seite nao-prozess.de in ihrem damaligen Zustand. Der Artikel erschien ursprünglich unter der Adresse http://www.nao-prozess.de/blog/ein-gutes-wochenende-fuer-den-nao-prozess.
Vgl. zu dem Artikel die redaktionellen Hinweise unter: http://naoprozessdoku.blogsport.eu/2013/01/12/sechtes-bundesweites-treffen-berlin-ii/.

Sechstes bundesweites Treffen: Berlin II

[Zu diesem Treffen gab es keine offizielle Erklärung, sondern nur einen individuellen Artikel von Micha Prütz.

Der dortige Satz:

„Neben der bedauerlichen Tatsache, dass die SoKo (sozialistische Kooperation) sich auf den Beobachterstatus zurückstufen ließ, wurden 3 neue Organisationen als Beobachter in den Prozeß aufgenommen.Die Gruppen Paeris,IbT (internationale bolschewistische Tendenz) und die Revolutionäre Initiative Duisburg werden ab sofort den bundesweiten Prozeß aktiv mitgestalten.“

war unpräzise: Alle drei genannten Gruppen waren zwar erstmals bei einem bundesweiten Treffen anwesend, aber IBT wurde bereits beim vorhergehenden Treffen – in ihrer Abwesenheit – aufgenommen. Die Revolutionäre Initiative Duisburg (späterer Name: Revolutionäre Ruhrgebiet [RIR]) und [paeris] – vgl. http://naoprozessdoku.blogsport.eu/2016/07/13/paeris-bei-nao/ – wurden dagegen tatsächlich erst bei dem Treffen im Jan. 2013 aufgenommen. [paeris] war aber bereits bei der NaO-Sommerdebatte vertreten; auch Mitglieder der späteren Revolutionären Initiative Ruhrgebiet waren dort gewesen. Ende Oktober hatte [paeris] den NaO-Prozess-Aufruf für den europäischen Aktionstag N 14 unterschrieben und war seitdem an den E-Mail-Diskussionen des NaO-Prozesses und jedenfalls auch der Redaktionsgruppe zu den Essentials beteiligt.

Es wurden auch keine „Beschlüsse […] mit deutlicher Mehrheit“ gefasst. Vielmehr gab es teils unstrittige Punkte (wie die Beteiligung an den Blockupy-Protesten) und strittige Punkte, wie der Zeitplan für die „vorgelegten Papiere“ (insb. das Manifest) und die Durchführung einer „Konferenz“ im Oktober, über die nicht (nach Gruppen) abgestimmt wurde, sondern (nach anwesenden Individuen) ein Meinungsbild erstellt wurde. – Hinweis d. Red.]

[pærıs] bei NaO

Berlin, 11. Januar 2013

Antrag auf Beobachterinnenstatus im NaO-Prozess

Was ist [pærıs]?

[pærıs] ist eine recht kleine Gruppe, mit nicht übertrieben großer Mobilisierungskraft. Die Menschen, die bei [pærıs] mitarbeiten, kommen großenteils aus der linksradikalen Bildungsarbeit für Schülerinnen und Studentinnen. Aufgrund der Größe der Gruppe und der Einbindung in das Lohnarbeitsleben war das regelmäßige Angebot von Seminaren aber kaum aufrecht zu erhalten. Außerdem geriet [pærıs] immer mehr in inner-linke, vorwiegend antinationale Debatten, so dass sich der Fokus der Gruppe veränderte. Fortan begreift sich [pærıs] nicht mehr primär als Bildungsangebot, sondern als Intervention in linke Debatten. So regten wir zusammen mit Plan E an, eine Debatte über den Realsozialismus zu führen, und inwiefern unsere Arbeit mit ihm ins Verhältnis zu setzen ist, statt ihn, wie zu der Zeit der Großteil antinationaler Gruppen, einfach als Irrweg abzutun, mit dem man nichts zu tun habe. Im Moment arbeiten wir an einer Broschüre über Planwirtschaft, deren Ziel es ist, dafür einzutreten, das „Bilderverbot“ der Linken insofern zu überwinden, dass das, was jetzt schon gesagt werden kann, auch jetzt schon gesagt werden sollte. Diejenigen, die nämlich am lautesten schreien, man solle sich kein Bildnis machen, haben utopische Vorstellungen vom Kommunismus im Kopf: Die Menschen werden ganz andere sein, alle Mängel an Gütern würden wie von selbst verschwinden und Mangelverwaltung würde unnötig, die wenige Arbeit, die noch nötig wäre, würden die Menschen freiwillig und mit Spaß erledigen, und so weiter. Das sind alles Sachen, die wir auch gerne wollen. Wir sehen aber im Moment keine Mittel, die nötig wären, um solche Zwecke realistisch verfolgen zu können. Deshalb halten wir uns an das, wofür Mittel zumindest am Horizont sind, nämlich zunächst die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und die Übergabe der Kontrolle an Räte. Mit jenem Utopismus dagegen wird aus der realen Möglichkeit der wesentlichen Transformation der Gesellschaft hier und jetzt ein unerreichbares Jenseits und aus der politischen Arbeit ein quasi-religiöser Akt. Dagegen setzt [pærıs] sich ein.

Was wollen wir von dem NaO-Prozess?

Unsere Einschätzung der gegenwärtigen Lage der Linken ist die, dass die versprengten Gruppen viel besser miteinander zusammenarbeiten könnten, als das bisher der Fall ist. „[pærıs] bei NaO“ weiterlesen