It’s not enough to be movement

Hallo Genoss_innen,

Beim letzten bundesweiten NaO-Treffen haben sich die Gruppen verständigt, zu den Manifest-Vorschlägen einen Text zu schreiben. Hier ein Vorschlag der Internationalen Kommunist_innen zum grundsätzlichen Zweck des Manifests und zur Veröffentlichung. Wir möchten unseren Vorschlag zugleich mit einer Stellungnahme zur Frage des „Kongresses“ oder der „Konferenz“ verbinden.

I.
Es dürfte auch in unserer Zielgruppe nicht besonders viele Leute interessieren, wenn der NaO-Prozess neben vielen Erklärungen auch noch ein Manifest veröffentlicht. Um einem solchen Desinteresse vorzubeugen schlagen wir vor, statt eines thematisch breit angelegten Programmatischen Manifestes vielmehr ein Papier zu schreiben, dass sich mit der Analyse der Krise und der Krisenproteste befasst und als Vorschlag einen Kongress zum Thema machen. Eine Erklärung, die zu einem Arbeitswelt verfasst wird, dass unterschiedliche politische Spektren beschäftigt stört auf mehr Interesse als ein allgemeines Statement einer Gruppe oder eines Bündnisses. Dass zeigte sich nicht zuletzte, durch das Interesse an unserer Papieren im Zuge der RosaundKarl und LL-Debatte.
Außerdem gehen wir davon aus, dass die bisher am NaO-Prozess beteiligten Gruppen alleine nicht ausreichend stark und mobilisierungskräftig sind, um etwas auf die Beine zu stellen, was den Namen „Kongress“ verdient. Wir schlagen daher vor, vielmehr eine NaO-prozess-interne Arbeitskonferenz mit einer öffentlichen Auftakt-Veranstaltung zu verbinden: Wir könnten am Vorabend der Arbeitskonferenz verschiedene linke Akteur_innen der Krisenproteste (Linksgewerkschafter_innen, IL, UG, ARAB etc.) zu dem Thema einladen und dort auch begründen, warum die von uns geplante revolutionäre Organisierung notwendig ist. Gerade mit der Schwäche der Krisenproteste, die exemplarisch für die Schwäche sozialer Bewegungen stehen, können wir das gut begründen.
In diesem Kontext sollte das Papier, das wir an Stelle eines thematisch breiten Manifestes vorschlagen, dann zwei Aufgaben haben:
– Versuch einer Einschätzung von Krise und Protesten
– Verbindung, daraus die Notwendigkeit der revolutionären Organisierung ableiten.
In Form des Papiers von Jakob (RSB) und Guenther (Proletarische Plattform) für die NaO-Sommer-Debatte sowie folgender Einschätzung von Jakob und Linus liegen nach InterKomm-Ansicht auch bereits geeignete Vorarbeiten vor. Jakob und Linus schrieben Ende Oktober im blog: „It’s not enough to be movement“ weiterlesen

Die Dauerkrise der revolutionären Linken …und die “breite” NaO als möglichen Ausweg

Marx’ Satz: Die Philosophen haben bisher die Welt nur interpretiert, es kommt aber darauf an sie zu verändern, könnte mensch nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts folgendermassen aktualisieren: Die subjektiven Revolutionäre haben durch ihre Abgehobenheit die Welt bisher nur interpretiert, sie haben es nicht verstanden sich als Kraft aufzubauen und haben damit auch nichts in der Welt verändert.

Die nichtstalinistische revolutionäre Linke, im Zuge des Niedergangs der Russischen Revolution um 1922 entstanden und in der 68er Bewegung sich weltweit neu formierend, hat historisch versagt. Das Schönreden dieses Versagens durch das nicht enden wollende Lamento über die objektiv schwierigen Umstände muss aufhören und der Analyse der Ursachen und Umstände Platz machen, die in den letzten neunzig Jahren dazu führten, dass zahlreiche Gelegenheiten zu signifikanten Verschiebungen des Kräfteverhältnisses zu Gunsten von revolutionären Veränderungen verpasst worden sind – nicht durch objektive Widrigkeiten, sondern durch subjektive Fehler und Unzulänglichkeiten. Revolutionäre Prozesse, die nicht mit riesigen objektiven Schwierigkeiten konfrontiert wären, gab es nie und wird es auch in Zukunft nicht geben.

Trotzki zum Beispiel verpasste zwischen 1922-1924 mindestens fünf Male exzellente Gelegenheiten zur Zurückdrängung des stalinistischen Aufstiegs, die trotzkistische POUM im vorrevolutionären Spanien 1935/36 mit 5000 Mitgliedern verpasste es zu einer Partei mit 100’000 Mitgliedern zu werden, „Die Dauerkrise der revolutionären Linken …und die “breite” NaO als möglichen Ausweg“ weiterlesen