Erklärung zur Auflösung der Sozialistischen Kooperation

Im Januar 2008 fand in Berlin ein erstes Treffen mit 26 Personen statt, das die Zusammenfassung linkssozialistischer Gruppen anstrebte. Während 2 Personen aus ländlichen Gebieten stammten, kamen die anderen aus 6 größeren Städten.

Dort wurde die Idee geboren, eine Tagung zur 68er Revolte durchzuführen, die dann im September des Jahres mit über 100 Teilnehmer/innen in Gütersloh stattfand.

Es ging uns darum, nicht eine weitere linke Kleinstgruppe zu gründen, sondern eine Kooperation bereits bestehender Gruppen mit einem sozialistischen Selbstverständnis ins Leben zu rufen.

Damit sind wir aus zwei Gründen gescheitert:

Ein Teil war davon überzeugt, dass sich die PdL ähnlich wie die WASG zu einer demokratischen Protestpartei entwickeln würde. Andere waren sich dagegen sicher, dass solch eine „kleinere SPD“ nicht lange Bestand haben könne, weil sie nicht gebraucht würde. Es käme darauf an, einen eigenen linken Organisationspol neben der auf parlamentarische Mitgestaltung fixierten PdL Organisation zu stärken.

Wer nun recht behalten hatte, mögen sich die Betroffenen selbst beantworten. Da die Meinungen jedoch nicht klar entlang der Organisationsgrenzen verliefen und ein Teil der angesprochenen Organisationen sich in die PdL integrierte, reagierte SoKo 2010 mit einer „Wende“:
Soko wurde zu einem Personenbündnis, das jedoch an dem Kooperationsanspruch von Menschen mit sozialistischem Selbstverständnis festhielt.

Der Mitgliederschwerpunkt lag in NRW. Wir führten ab 2009 halbjährliche Klausurtagungen durch, an denen jeweils einige Dutzend Menschen teilnahmen. Viele Mitglieder waren „unter anderem“ auch in SoKo und hatten individuell andere politische Schwerpunktsetzungen.

Das erschwerte einen kontinuierlichen Organisationsaufbau, der nur in Köln erfolgreich verlief, indem sich eine handlungsfähige Gruppe bildete. Für eine kontinuierliche betreuende und helfende Tätigkeit beim Aufbau anderer Gruppen reichten unsere organisatorischen und persönlichen Ressourcen nicht aus.

Unsere Klausurtagung im Okt. 2013 kam zu dem Schluss, dass wir gemessen an unserem Anspruch gescheitert waren. Neuer Schwung sollte dem Projekt durch organisatorische Veränderungen verliehen werden. Ein Arbeitsausschuss , der kein kein Leitungs- sondern ein Arbeitsgremium sein sollte, wurde etabliert. Der Versuch misslang.

Als sich ab 2009 in Berlin die NaO-Initiative mit einer fast identischen Zielsetzung (hier stand wiederum eine Kooperation von sozialistischen Organisationen im Vordergrund) langsam formierte, haben wir als SoKo diese Initiative von Anfang an aktiv unterstützt. Ein NRW-weites Treffen wurde Anfang 2013 organisiert, um auszuloten, ob man weitere regionale Initiativen für die Teilnahme am NaO-Prozess gewinnen könne.

Aber auch hier wiederholte sich die SoKo Erfahrung, dass viele „nur mal reinschauen“ wollten. Im Juli 2013 schliesslich gründeten in Köln die örtliche SoKo,isl und rsb ebenfalls eine NaO-Initiative. Wir hoffen, dass dieser Prozess zur Schaffung eines antikapitalistischen Bündnisses erfolgreicher verlaufen wird, als der SoKo-Versuch.

Für die überwiegende Mehrheit von SoKo ist die Auflösung von SoKo also nicht mit der Aufgabe ihrer Ansprüche verbunden. Vielmehr wird dieser Anspruch weiter in den größeren Zusammenhängen verfolgt. Auch wenn wir SoKo auflösen, so nehmen wir weiterhin aktiv teil am gemeinsamen Kampf gegen das Kapitalregime und seine inhumanen Folgen!

Köln, den 28. Februar 2015

Quelle:
http://www.scharf-links.de/266.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=50395&cHash=d2feb769cf. – Der Text wurde seinerzeit nicht auf der Seite nao-prozess.de veröffentlicht.