NAO Berlin empfiehlt den anderen an der NAO Beteiligten, die NAO aufzulösen

Am 2. März 2016 wurde auf der Seite nao-prozesse.de unter der Überschrift Zum NaO-Prozess – Brief der NaO-Berlin an die Gruppen im NaO-Prozess ein – schon aus der Zeit von vor Mitte Februar 2016 stammender – Text veröffentlicht.

Dieser Brief ließ sich bisher nur teilweise rekonstruieren. In ihm hieß es u.a.:

„Seit der Verabschiedung des NaO-Manifests sind bald zwei Jahre vergangen, in denen die NaO als Prozess und Organisation die Möglichkeit hatte, sich weiterzuentwickeln. Seit Beginn 2014 gründete sich die NaO in Potsdam, Berlin, Kassel, Bremen, Stuttgart und Köln; in Hamburg und München gab es Anläufe zur Gründung.

Heute können wir im NaO-Prozess bestenfalls von einer Stagnation sprechen und schon dies wäre eine optimistische Formulierung. Im Aufbau einer Mitgliederorganisation, die links von der Linkspartei ihr Programm vertritt, ist die NaO gescheitert.

Es sind keine neuen Gruppen dazugekommen, die während des Prozesses Kontakt mit der NaO aufgenommen haben. In Berlin und Stuttgart stehen wir weiterhin mit Mitgliedsgruppen in Kontakt, aber die NaO hat keine Attraktivität und Dynamik entwickeln können, um ihre „Basis“ zu verbreitern. Stattdessen ist die Aktivität insgesamt seit Sommer 2015 nochmals runtergegangen, wie auch die Debatte innerhalb der NaO.“

Quelle: http://web.archive.org/web/20160326232739/http://nao-prozess.de/.

Micha Schilwa u.a. zitieren in indirekter Rede:

Selbst die Gründung (oppositioneller) Tendenzen habe nicht zu einer Wiederbelebung der politischen Debatte geführt.

Des weiteren hieß es wörtlich in dem ‚Auflösungs-Brief‘:

„Für den Niedergang der NaO sind unserer Meinung nach drei Faktoren ausschlaggebend:

a) Die relative Stabilität des deutschen Kapitalismus in den letzten Jahren“

Quelle (auch für die folgenden Zitate): http://www.trend.infopartisan.net/trd0316/t380316.html und http://scharf-links.de/266.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=55139&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=5808937c42

Folgende Sätze bildeten vermutlich Punkt b):

„Der zweite, zentrale Grund für die Stagnation der NaO ist in den politischen Differenzen zu sehen. Sie sind der Grund nicht nur für die numerische Stagnation“. „Während die einen eine Mitgliederorganisation wollten, wollten andere nur ein Netzwerk von Gruppen.“

Der folgende Satz bildete wahrscheinlich Punkt c):

„Die deutsche ‚radikale’ Linke selbst befindet sich in dieser Lage in Desorientierung, Rückzug und verweigert mehrheitlich eine politische Auseinandersetzung.“

Die Schlußfolgerung aus alledem war:

Es „für vernünftiger und für zukünftige Umgruppierungsprozesse zweckdienlicher [zu halten], den Prozess einvernehmlich zu beenden“.

„Wir schlagen vor, uns nach den Internationalismustagen am 14. Februar in Berlin zu treffen. Dort sollte das Ende des NaO-Prozesses erklärt werden, am besten mit einer gemeinsamen Erklärung.“

Des weiteren hieß es in dem Text:

„Wir denken, dass es trotz seines Scheiterns richtig war, das NaO-Projekt in Angriff zu nehmen. In seiner Geschichte konnte es sowohl inhaltlich einige richtige Positionen entwickeln (Manifest), positionierte sich auf einer internationalistischen Basis zur Ukraine, zur Solidarität mit dem kurdischen Volk, zum Klassenkampf in Griechenland. Aber die dabei auftauchenden politischen Differenzen paralysierten den NaO-Prozess zunehmend und untergruben auch seine Anziehungskraft nach außen.“

Das Ende des Textes bildete vermutlich folgende Passage:

„Wir schlagen vor, weiter gemeinsam politisch zu arbeiten bei:

a) bundesweiten, internationalen wie lokalen Mobilisierungen (Anti-Rassismus, Gewerkschaftsopposition, internationale Solidarität, Erster Mai),

b) Organisierung von Diskussionsforen zu grundlegenden Fragen der ArbeiterInnenbewegung und der Linken,

c) Fortführung der ‚Internationalismustage’ als eines strömungsübergreifenden, internationalistischen Diskussionswochenendes.“

http://naoprozessdoku.blogsport.eu/files/2016/07/reko_aufloesungsbrief.pdf


Ebenfalls zum Ende der NAO nahmen Stellung:

und

Anmerkung:
Der „Read more“-Link unter dem – bei der WayBackMachine erhalten gebliebene – Artikel-Anfang führt leider ins Nichts.